Der TV Alt­dorf ist Dritt­li­ga-Meis­ter

Der TV Alt­dorf ist Dritt­li­ga-Meis­ter

Veröffentlicht am 2. März 2020

ALTDORF – Mit dem 3:0‑Erfolg in Erfurt sichern sich die Vol­ley­bal­le­rin­nen des TV Alt­dorf vor­zei­tig die Dritt­li­ga-Meis­ter­schaft. Ob der Ver­ein den Auf­stieg in die 2. Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga aber tat­säch­lich wagt, ist nach wie vor offen.

Es ist voll­bracht: Am 15. Spiel­tag gewinnt der Tabel­len­füh­rer aus Alt­dorf das Top­spiel bei Ver­fol­ger Erfurt Elec­tro­nics klar und sou­ve­rän mit 3:0 (25:22, 25:13, 25:15) und sichert sich damit vor­zei­tig den Meis­ter­ti­tel der drit­ten Liga. Mehr noch: Durch den Sieg ste­hen die Alt­dor­fer Mädels bereits jetzt als Auf­stei­ger in die 2. Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga fest. Zumin­dest sport­lich ist ihnen der Auf­stieg in die zweit­höchs­te deut­sche Spiel­klas­se nicht mehr zu neh­men.

Ob der Ver­ein den Schritt aller­dings tat­säch­lich wagt, steht immer noch nicht fest. Am Vor­li­zen­zie­rungs­ver­fah­ren Anfang Febru­ar haben die Alt­dor­fer sicher­heits­hal­ber teil­ge­nom­men, um sich „alle Optio­nen offen zu hal­ten“, wie Abtei­lungs­lei­ter Ste­fan Ogait damals bestä­tig­te. Nach die­sem Ver­fah­ren ist klar: Der Pflicht-Etat für die 2. Bun­des­li­ga beträgt min­des­tens 50 000 Euro, gewünscht sind von Sei­ten des Ver­bands aller­dings zwi­schen 100 000 und 150 000 Euro. Geld, das nur über wei­te­re Spon­so­ren auf­ge­bracht wer­den kann. „Wir haben den sport­li­chen Grund­stein gelegt und Kon­zep­te aus­ge­ar­bei­tet“, bestä­tigt Trai­ner Milan Dörn­hö­fer. Erst dann, „wenn der Ver­ein über die nöti­gen Sum­men ver­fügt, kön­nen die wei­te­ren Schrit­te über­legt und ein­ge­lei­tet wer­den“, führt er fort. Spä­tes­tens Mit­te Mai muss der TV Alt­dorf eine Ent­schei­dung tref­fen, ganz gleich, wie die­se dann aus­se­hen wird.

Die Mann­schaft will nach oben

Das Team jeden­falls, das war in den ver­gan­ge­nen Wochen immer wie­der zu ver­neh­men, ist heiß dar­auf, sich im kom­men­den Jahr in der 2. Bun­des­li­ga zu bewei­sen. So stell­te Spiel­füh­re­rin Katha­ri­na Schön klar, „mit die­ser Mann­schaft in der 2. Liga spie­len zu wol­len.“ Ver­ständ­lich, will doch jeder Sport­ler auch die Früch­te sei­ner Arbeit ern­ten. Doch die Ent­schei­dung liegt nicht nur bei der Mann­schaft und Trai­ner Milan Dörn­hö­fer, son­dern beim gesam­ten Ver­ein und der Vor­stand­schaft um Joa­chim Töwe. Der hat­te bereits vor meh­re­ren Wochen (wir berich­te­ten) betont, sich einem Auf­stieg „nicht gene­rell ver­schlie­ßen zu wol­len“ und der Mann­schaft einen rund 25 Punk­te umfas­sen­den Fra­gen­ka­ta­log über­reicht, den er vom Alt­dor­fer Team abge­ar­bei­tet haben möch­te.

Alt­dorf beherrscht die Kon­kur­renz

Dar­an, dass sich die Alt­dor­fer Vol­ley­ball­mann­schaft den Auf­stieg ver­dient hat, besteht kein Zwei­fel. In 13 von bis­lang 15 Par­tien ver­lie­ßen die Alt­dor­fer Spie­le­rin­nen das Feld als Sie­ger, die Domi­nanz spie­gelt sich schließ­lich in den acht Zäh­lern Vor­sprung vor dem zweit­plat­zier­ten TSV Unter­ha­ching (bei noch zwei weni­ger bestrit­te­nen Spie­len) wider. Wie stark der TVA in der aktu­el­len Spiel­zeit ist, muss­te auch Erfurt Elec­tro­nics am Sams­tag­abend fest­stel­len. Dank einer geschlos­se­nen Mann­schafts­leis­tung feg­te Alt­dorf den Geg­ner in drei Sät­zen bin­nen 75 Minu­ten Spiel­zeit vom Feld. Weder das Feh­len der Stamm­spie­le­rin­nen Nad­ja Nawrat, Libe­ra Lisa Saß und Ellen Heim­bur­ger, noch das frü­he, ver­let­zungs­be­ding­te Aus­schei­den Lara Kras­sers (Knie) hin­der­te den TVA am Sie­ges­zug in Thü­rin­gen. Hohe Kon­zen­tra­ti­on und der unbe­ding­te Wil­le zum Sieg zeich­ne­ten das Alt­dor­fer Spiel von Beginn an aus. Mit vie­len guten Abwehr­ak­tio­nen hiel­ten die Alt­dor­fer Mädels dem Erfur­ter Druck stand und sicher­ten sich trotz der kur­zen Schock­star­re nach der Ver­let­zung von Kras­ser (für sie kam Lena Mei­er ins Spiel) den ers­ten Durch­gang knapp aber ver­dient mit 25:22. Sehr stark trumpf­te Alt­dorf im zwei­ten Satz auf: Der Mit­tel­block stand sicher und ließ die Gast­ge­ber ein ums ande­re Mal ver­zwei­feln. Im Angriff spiel­ten die Gäs­te ihre Aktio­nen ruhig und kon­se­quent zu Ende, das 25:13 war die logi­sche Fol­ge.

Ähn­lich deut­lich ver­lief dann auch Durch­gang Num­mer drei: Mit unbän­di­gem Wil­len, die Par­tie und damit auch die Meis­ter­schaft zu ent­schei­den, drück­te Alt­dorf auf das Gas­pe­dal. Punkt­ge­naue und über­leg­te Zuspie­le von Astrid Fürg ver­edel­ten Ali­na Hösch, Sen­ta Fößel und Anne­ma­rie Böhm rei­hen­wei­se. Spiel­füh­re­rin Katha­ri­na Schön besei­tig­te mit einer Auf­schlag­se­rie von zehn Punk­ten die letz­ten Zwei­fel am Alt­dor­fer Sieg. Mit 25:15 gewan­nen die Wal­len­stein­städ­ter auch den drit­ten Durch­gang und krön­ten sich damit vor­zei­tig zu den Dritt­li­ga-Köni­gin­nen.

Der Lohn har­ter Arbeit

Die vor­zei­ti­ge Meis­ter­schaft und die sport­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on zur 2. Liga ist nicht unver­dient, wie Trai­ner Milan Dörn­hö­fer betont: „Die Mann­schaft hat sehr viel gear­bei­tet, sehr wahr­schein­lich mehr als vie­le ande­re Ver­ei­ne in der Liga. Wie sich die Mädels rein­ge­hängt und Woche für Woche gro­ßen Wil­len gezeigt haben, war ein­fach stark.“ Eben­falls erstaun­lich: Nach der Nie­der­la­ge in Dres­den vor zwei Wochen hat­te die Kon­kur­renz auf einen Alt­dor­fer Ein­bruch gehofft. Doch der blieb aus – im Gegen­teil: Die Par­tie in Erfurt glich zeit­wei­se einer „Macht­de­mons­tra­ti­on“, wie Dörn­hö­fer bestä­tigt.

Drei Par­tien ste­hen in der lau­fen­den Sai­son noch aus. Angst, sei­ne Mann­schaft könn­te in den ver­blei­ben­den Auf­trit­ten an Span­nung ver­lie­ren, hat er nicht. „Für die Mann­schaf­ten, gegen die wir jetzt noch spie­len, geht es noch um sehr viel. Da ist es unse­re Pflicht und sport­lich nur fair, unser Bes­tes zu geben. Außer­dem wol­len wir die tol­le Sai­son­bi­lanz aus­bau­en. Mit nur zwei Nie­der­la­ge durch die gesam­te Sai­son zu kom­men, wäre ein Traum“, zeigt sich der Alt­dor­fer Erfolgs­coach zuver­sicht­lich, auch in den drei aus­ste­hen­den Par­tien tol­len Vol­ley­ball zu zei­gen und wei­ter­hin Punk­te ein­zu­fah­ren.

Dani­el Frasch – Der Bote