Nach zwei überzeu­gen­den Siegen zum Saisonauf­takt musste der TV 1881 Alt­dorf am Sam­stagabend erst­mals Lehrgeld zahlen. Beim bis dahin eben­falls noch nicht opti­mal ges­tarteten TSV Nabburg/Schwarzenfeld entwick­elte sich lange ein enges und umkämpftes Spiel, ehe die Gast­ge­ber in der Schlussphase davon­zo­gen. Am Ende stand für die Wal­len­ste­in­städter eine 27:32-Niederlage (15:15) zu Buche. Damit bleibt der TVA nach drei Spielt­a­gen mit 4:2 Punk­ten auf dem vierten Tabel­len­platz – und weiß gle­ichzeit­ig ziem­lich genau, woran in den kom­menden Train­ing­sein­heit­en gear­beit­et wer­den muss.

Aus­geglich­en­er Beginn mit Prob­le­men gegen die offen­sive Abwehr

Nach dem über­raschen­den Auf­tak­t­sieg gegen Erlan­gen-Bruck II und dem sou­verä­nen Auswärt­ser­folg in Oberviech­tach war die Stim­mung rund um die Mannschaft ver­ständlicher­weise gut. Trotz­dem war von Euphorie oder Über­he­blichkeit nichts zu spüren. Zu gut wusste man, dass die Duelle mit Nabburg/Schwarzenfeld in der Ver­gan­gen­heit regelmäßig enge Angele­gen­heit­en gewe­sen waren. In der ver­gan­genen Sai­son gab es gegen die Oberpfälz­er jew­eils einen Sieg und eine Nieder­lage. Dies­mal musste der TVA zudem auf Timo Löw und Fin­lay Rim­mer verzicht­en, sodass die Voraus­set­zun­gen nicht ganz ein­fach waren.

Schon die ersten Minuten zeigten dann, dass es ein zäh­es Stück Arbeit wer­den würde. Alt­dorf fand nur schw­er Lösun­gen gegen die sehr offen­sive Deck­ung der Gast­ge­ber. Häu­fig wurde der Ball im Stand angenom­men, der erste Schritt Rich­tung Tor gesucht und der Mit­spiel­er erst dann einge­bun­den, wenn der eigene Weg bere­its zugemacht war. Genau das machte es Nab­burg leicht, die Alt­dor­fer Angriffe immer wieder ins Stock­en zu bringen.

Trotz­dem blieb der TVA dran. Zwar kon­nten sich die Gast­ge­ber zwis­chen­zeitlich auf 13:10 abset­zen, doch Alt­dorf kämpfte sich noch vor der Pause zurück. Pas­cal Vock­ert sorgte zunächst für das 14:14 (29’10’’), ehe er fünf Sekun­den vor dem Hal­bzeitp­fiff erneut traf und damit auf 15:15 stellte. Alles war wieder offen – und eigentlich sprach zu diesem Zeit­punkt wenig dafür, dass sich eine der bei­den Mannschaften noch deut­lich würde abset­zen können.

Alt­dorf kämpft sich zurück – und übern­immt kurzzeit­ig die Führung

Nach der Pause blieb die Par­tie zunächst eng. Alt­dorf gelang es, sich bess­er auf die offen­sive Deck­ung einzustellen, auch wenn die Gast­ge­ber weit­er­hin viel Druck auf den Spielauf­bau ausübten. In der Offen­sive über­nah­men vor allem Mar­co Hiller und Tobias Pechtl Ver­ant­wor­tung im Zen­trum und ver­sucht­en, die Abwehr in Bewe­gung zu bringen.

Beim 19:19 durch Cedric Vock­ert nach einem Ball­gewinn war die Par­tie wieder vol­lkom­men offen. Wenig später behielt Cedric auch vom Sieben­meter­punkt die Ner­ven und sorgte für den näch­sten Aus­gle­ich zum 20:20 (40.). Kurz darauf brachte er den TVA sog­ar erst­mals mit 21:20 in Führung. Nab­burg antwortete jedoch unmit­tel­bar und glich wieder aus.

In dieser Phase entwick­elte sich ein echt­es Geduldsspiel. Bei­de Mannschaften mussten sich ihre Chan­cen hart erar­beit­en, und über mehrere Minuten blieb die Begeg­nung ohne klare Vorentschei­dung. Alt­dorf blieb dran, kon­nte seine Möglichkeit­en jedoch nicht kon­se­quent genug nutzen. Ger­ade als Nab­burgs zen­traler Spiel­er Sebas­t­ian Men­sch mit ein­er Dis­qual­i­fika­tion nicht mehr auf dem Feld stand, bot sich dem TVA die Gele­gen­heit, die Par­tie endgültig zu drehen. Stattdessen scheit­erten die Alt­dor­fer in ein­er entschei­den­den Phase mehrfach an sich selb­st und am starken Torhüter der Gastgeber.

„Wir haben in fünf bis zehn Minuten wirk­lich vier oder fünf freie Würfe vergeben“, analysierte Rück­raum­spiel­er Erik Waß­mann anschließend. Genau diese ver­passten Möglichkeit­en soll­ten sich in der Schlussphase rächen.

Nab­burg set­zt sich in der Schlussphase ab

Bis zum 23:23 blieb alles offen. Dann gelang Nabburg/Schwarzenfeld der entschei­dende Lauf. Inner­halb weniger Minuten zogen die Gast­ge­ber auf 27:23. Alt­dorf fand nun wed­er in der Abwehr noch im Angriff die nötige Sta­bil­ität. Fehlpässe und vergebene Chan­cen häuften sich, während Nab­burg seine Möglichkeit­en kon­se­quent nutzte.

Auch eine Auszeit des TVA beim Stand von 27:23 kon­nte den Lauf der Gast­ge­ber zunächst nicht stop­pen. Mit dem 29:23 (54’10’’) war schließlich die höch­ste Führung des Abends erre­icht. Die Alt­dor­fer kämpften zwar bis zum Schluss weit­er und verkürzten zwis­chen­zeitlich noch ein­mal, doch die Par­tie war zu diesem Zeit­punkt bere­its entschieden.

Trotz des klaren Rück­stands gab Alt­dorf die Par­tie nicht auf und spielte die let­zten Minuten kon­se­quent zu Ende. Am Ende stand jedoch eine 27:32-Niederlage.

„Kein Grund, den Kopf in den Sand zu steck­en“ (Petra Übelmesser)

Dass dieses Spiel nicht die beste Leis­tung der bish­eri­gen Sai­son war, wollte beim TVA nie­mand schönre­den. Petra Übelmess­er sprach davon, dass es im Ver­gle­ich zu den bei­den vorheri­gen Spie­len „ein­fach von allem fünf Prozent weniger“ gewe­sen sei. Weniger Kon­se­quenz im Abschluss, weniger Ideen gegen die offen­sive Abwehr, dazu einige unnötige Fehlpässe – und irgend­wann ver­lor die Mannschaft zwis­chen­zeitlich auch etwas den Kopf.

Auch Train­er Wolf­gang „Fips“ Scharnow­ell sah vor allem in der eige­nen Spiel­weise einen entschei­den­den Punkt. Zu häu­fig habe man den Ball im Stand angenom­men und anschließend ver­sucht, selb­st die Lösung zu find­en, anstatt mit Bewe­gung und schnellem Passspiel etwas für den Neben­mann zu schaf­fen. Genau diese Kleinigkeit­en sum­mierten sich im Ver­lauf des Spiels zu einem Unter­schied, der am Ende fünf Tore betrug.

Und trotz­dem wäre es falsch, nach dieser Nieder­lage plöt­zlich alles infrage zu stellen. Die ersten bei­den Saison­spiele waren zu stark, um sie nach ein­er einzi­gen schwächeren Leis­tung vergessen zu machen. „Mund abwis­chen, weit­er­ma­chen“ (Petra), lautet deshalb die Devise. Waß­mann sah die Par­tie eben­falls weniger als Katas­tro­phe denn als das, was sie im besten Fall sein kann: ein Lern­schritt. Gegen Amberg gilt es nun, die Fehler aus Schwarzen­feld abzustellen und wieder 60 Minuten lang genau den Hand­ball zu zeigen, den die Mannschaft in den ersten bei­den Spie­len bere­its angedeutet hat.

Denn vier Punk­te aus drei Spie­len sind nach wie vor ein guter Start. Der erste kleine Real­i­ty-Check der Sai­son ist angekom­men – jet­zt kommt es darauf an, was Alt­dorf daraus macht.

Es spiel­ten: A. Hiller (TW), E. Schnei­der, P. Pechtl (6), E. Waß­mann (4), T. Pechtl (4), J. Strößen­reuther (1), J. Pöl­lot, N. Wern­er (3), M. Hiller (4/2), C. Thews (TW), M. Bar­tels, C. Vock­ert (3/1), P. Vock­ert (2)

Näch­ste Par­tie: TV 1881 Alt­dorf – Amberg