Wallensteinstädter zahlen Lehrgeld gegen Aufstiegsfavoriten
Nach dem schwierigen Saisonauftakt in Landshut wollten die Basketballer des TV 1881 Altdorf im ersten Bayernliga-Heimspiel der Abteilungsgeschichte ein anderes Gesicht zeigen. Gegen den hoch eingeschätzten Nürnberger Basketballclub gingen die Wallensteinstädter zwar als klarer Außenseiter in die Partie, davon war zu Beginn aber wenig zu spüren.
Mit viel Herz, Leidenschaft und hoher defensiver Aggressivität hielt Altdorf von der ersten Minute an dagegen. Vor allem der deutliche körperliche Vorteil der Gäste machte sich früh bemerkbar, doch die Gastgeber kompensierten diesen zunächst mit Einsatz, Tempo und guter Arbeit in der Verteidigung. So entwickelte sich ein ausgeglichenes erstes Viertel, das aus Altdorfer Sicht nur knapp mit 11:14 verloren ging.
Im zweiten Abschnitt änderte Nürnberg jedoch die Marschroute. Der NBC stellte von Mann-Mann-Verteidigung auf Zone um und brachte die junge Altdorfer Mannschaft damit zunehmend aus dem Rhythmus. Die Gastgeber fanden offensiv kaum noch klare Abschlüsse, leisteten sich Ballverluste und wurden von den Gästen konsequent bestraft. Mit einem 20:0‑Lauf setzte sich Nürnberg erstmals deutlich ab.
Ganz abschütteln ließen sich die Wallensteinstädter aber noch nicht. Gegen Ende der ersten Halbzeit fanden sie wieder besser in die Partie und konnten den Rückstand etwas verkürzen. Beim Stand von 25:39 aus Altdorfer Sicht ging es schließlich in die Pause.
Ein wichtiger Faktor im Altdorfer Spiel war dabei die Rückkehr von David Albrecht. Er übernahm sofort wieder Verantwortung, brachte Ruhe in den Spielaufbau und organisierte die Offensive. Gerade in den Phasen, in denen Nürnberg den Druck erhöhte, war seine Präsenz für die junge Mannschaft wichtig.
Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gastgebern allerdings nicht mehr, an die ordentlichen Phasen der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Nürnberg spielte nun seine körperlichen und spielerischen Vorteile konsequent aus, gewann das dritte Viertel mit 30:11 und sorgte damit früh für klare Verhältnisse.
Mit zunehmender Spielzeit forderte der Größenunterschied immer mehr Kraft. Unter den Körben mussten die Altdorfer permanent hohen Aufwand betreiben, um gegen die körperlich überlegenen Gäste dagegenzuhalten. Dieser Einsatz machte sich hinten raus bemerkbar, die Kräfte schwanden und Nürnberg zog weiter davon.
Trotz des klaren Spielverlaufs gab es aus Altdorfer Sicht einige positive Aspekte. Besonders der erst 16-jährige Leo Schmidt überzeugte mit einem mutigen Auftritt. Mit zwölf Punkten und starker Defense zeigte der Nachwuchsspieler, dass er auch auf Bayernliga-Niveau Akzente setzen kann und machte Lust auf mehr.
Am Ende fiel die Niederlage mit 56:103 deutlich aus. Dennoch wäre es zu einfach, den Auftritt allein am Ergebnis festzumachen. Mit Landshut und dem Nürnberger Basketballclub warteten zum Start vermutlich direkt zwei der stärksten Mannschaften der Liga und mögliche Kandidaten für den Aufstieg.
Gerade deshalb lassen sich aus der Partie auch positive Schlüsse ziehen. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte Altdorf, dass die Mannschaft mit hoher Intensität und aggressiver Verteidigung auch gegen körperlich stärkere Gegner mithalten kann. Nun gilt es, diese Phasen länger aufrechtzuerhalten und offensiv bessere Lösungen gegen wechselnde Verteidigungsformen zu finden.
Erfreulich war außerdem die Resonanz rund um das erste Bayernliga-Heimspiel. Die neue Spielklasse wurde vom Altdorfer Publikum sehr gut angenommen, die Klaus-Wolfermann-Halle war stark besucht und bot einen passenden Rahmen für die historische Heimpremiere.
Am kommenden Wochenende wartet mit dem TV Wolnzach der nächste Gegner. Aufgrund einer Spielverlegung ist Wolnzach bislang noch nicht in die Saison gestartet und entsprechend schwer einzuschätzen. Für die Wallensteinstädter ist die Partie damit eine kleine Wundertüte – und zugleich die nächste Chance, die positiven Ansätze aus den ersten beiden Spielen weiterzuentwickeln.