Sieger - endlich wieder!

Nach den zulet­zt weniger überzeu­gen­den Auftrit­ten war beim TV 1881 Alt­dorf eine Reak­tion gefragt. Gegen die TS Her­zo­ge­nau­rach gelang den Wal­len­ste­in­städtern am Sam­stag genau das: Mit einem starken Start, deut­lich mehr Spielfluss im Angriff und spür­bar verbessertem Zusam­men­halt sicherte sich der TVA einen ver­di­en­ten 31:27-Heimsieg (17:14). Ganz ohne Schwächep­hasen ver­lief die Par­tie zwar nicht, doch dies­mal schaffte es die Mannschaft, ihre guten Ansätze über weite Streck­en auf die Plat­te zu brin­gen und sich auch von kleineren Rückschlä­gen nicht aus der Ruhe brin­gen zu lassen.

Mit Tem­po in die Partie

Alt­dorf machte von Beginn an klar, dass es sich für dieses Spiel etwas vorgenom­men hat­te. Nach dem frühen Aus­gle­ich der Gäste legte der TVA einen starken Lauf hin. Die Angriffe wur­den kon­se­quent aus­ge­spielt, die Chan­cen sich­er genutzt – und schon nach weni­gen Minuten stand es 6:1. Beim 8:3 nach gut acht Minuten war der gute Start endgültig bestätigt.

Vor allem im Angriff zeigten sich die Wal­len­ste­in­städter beweglich­er und ziel­stre­biger. Anstatt den Ball zu lange in den eige­nen Hän­den zu hal­ten und sich in Einze­lak­tio­nen zu ver­lieren, wurde das Spiel flüs­siger aufge­zo­gen. Immer wieder gelang es, die geg­ner­ische Abwehr unter Druck zu set­zen, zwei Gegen­spiel­er zu binden und dadurch Räume für den Neben­mann zu schaf­fen. Niklas Wern­er und Cedric Vock­ert fan­den früh ihren Rhyth­mus und tru­gen mit mehreren Tre­f­fern dazu bei, dass der TVA zunächst den Ton angab.

Die Gäste fan­den nach ein­er frühen Auszeit jedoch bess­er in die Par­tie. Sie nutzten Alt­dor­fer Unkonzen­tri­ertheit­en und verkürzten den Rück­stand Schritt für Schritt. Der TVA hielt zunächst dage­gen, ver­lor im Angriff aber nach und nach an Tem­po. Der Ball wurde öfter im Stand angenom­men, klare Abschlüsse wur­den seltener.

Ein kurz­er Hänger vor der Pause

Mitte der ersten Hal­bzeit geri­et Alt­dorf zunehmend unter Druck. Aus ein­er 13:9‑Führung wurde ein 13:11. Eine Auszeit sollte wieder mehr Ord­nung ins Spiel brin­gen – mit Erfolg: Der TVA baute den Vor­sprung zunächst erneut aus. Doch Her­zo­ge­nau­rach blieb dran. Als Alt­dorf beim 16:12 wieder vier Tore vorne lag, verkürzten die Gäste erneut.

Die Prob­leme lagen vor allem im Angriff. Dort fehlte zeitweise die Klarheit, um gute Möglichkeit­en kon­se­quent zu Ende zu spie­len. Trotz­dem bewahrte Alt­dorf die Ruhe und ging mit ein­er 17:14-Führung in die Pause. Die drei Tore Vor­sprung waren eine gute Aus­gangslage. Für die zweite Hal­bzeit war aber auch klar: Der TVA musste sich wieder stärk­er auf seine eige­nen Stärken besinnen.

Alt­dorf baut den Vor­sprung aus

Nach dem Seit­en­wech­sel trat Alt­dorf zunächst wieder entschlossen­er auf. Im Angriff lief der Ball flüs­siger, und auch in der Abwehr stimmte die Abstim­mung bess­er. Die Spiel­er kom­mu­nizierten klar­er und halfen einan­der kon­se­quenter. Lück­en gab es weit­er­hin, ins­ge­samt wirk­te die Defen­sive aber geschlossen­er als in den ver­gan­genen Spielen.

Der TVA baute den Vor­sprung Tor um Tor aus. Beim 22:18 hat­te Alt­dorf sich einen kleinen Puffer erar­beit­et. Kurz darauf traf Cedric Vock­ert zum 23:18 (41.). Her­zo­ge­nau­rach verkürzte noch ein­mal, doch die Gast­ge­ber blieben ruhig und vertei­digten ihre Führung.

Als Erik Waß­mann in der 48. Minute zweimal in Folge traf und auf 25:19 erhöhte, war Alt­dorf auf Kurs. Die Gäste nah­men eine Auszeit und kamen zwis­chen­zeitlich noch ein­mal auf 27:22 her­an. Dies­mal fand der TVA aber eine Antwort. Patrick Pechtl und seine Mit­spiel­er baut­en den Vor­sprung wieder aus und hiel­ten Her­zo­ge­nau­rach auf Abstand.

Spätestens nach Timo Löws Tre­f­fer zum 30:24 kurz vor Schluss war die Rich­tung klar. Die Gäste legten in den let­zten Minuten zwar noch nach, ern­sthaft in Gefahr geri­et der Heim­sieg aber nicht mehr. Nach 60 Minuten stand ein ver­di­en­ter 31:27-Erfolg auf der Anzeigetafel.

Zusam­men­halt auf und neben dem Feld

Erik Waß­mann sah nach dem Spiel vor allem im Zusam­men­spiel Fortschritte. Im Angriff habe die Mannschaft den Druck häu­figer aufrechter­hal­ten und so bessere Chan­cen für den Neben­mann geschaf­fen. Auch die Kom­mu­nika­tion in der Abwehr sei bess­er gewe­sen. Weit­er arbeit­en müsse der TVA am gegen­seit­i­gen Aushelfen und daran, geg­ner­ische Angriffe früher zu unterbrechen.

Beson­ders pos­i­tiv fiel Waß­mann der Zusam­men­halt im Team auf. Die Bank unter­stützte die Spiel­er auf dem Feld nicht nur nach Toren, son­dern auch nach guten Abwehrak­tio­nen und gehal­te­nen Bällen. Diese Energie über­trage sich direkt aufs Spiel, sagte er. Wenn es neben der Plat­te stimmt, fällt es auch auf dem Feld leichter, füreinan­der zu arbeiten.

Das war gegen Her­zo­ge­nau­rach zu sehen. Alt­dorf hat­te zwar weit­er seine schwächeren Phasen, ließ sich davon aber nicht das ganze Spiel aus der Hand nehmen. Der Sieg war damit nicht nur eine Reak­tion auf die ver­gan­genen Begeg­nun­gen, son­dern auch ein Zeichen für die pos­i­tive Entwick­lung der Mannschaft.

Mit Selb­stver­trauen ins Derby

Bei aller Freude über die bei­den Punk­te bleibt den­noch genug Arbeit. Ger­ade die schwächeren Phasen vor der Pause und in den let­zten Minuten haben gezeigt, dass der TVA noch nicht über die gesamte Spielzeit die gle­iche Kon­se­quenz aufrechter­hal­ten kann. Im Angriff gilt es, die Angriffe kon­se­quenter bis zu ein­er klaren Abschlussmöglichkeit auszus­pie­len. In der Abwehr muss das gegen­seit­ige Aushelfen weit­er verbessert wer­den. Die Rich­tung stimmt, fer­tig ist die Entwick­lung aber noch lange nicht.

Viel Zeit zum Dur­chat­men bleibt nicht: Am kom­menden Woch­enende wartet das Der­by gegen Winkelhaid.

ALLE IN DIE HALLE!!!

Wie Erik Waß­mann tre­f­fend anmerk­te, hat ein Der­by bekan­ntlich seine eige­nen Geset­ze. Trotz­dem blickt der Rück­raum­spiel­er zuver­sichtlich auf die Auf­gabe. Alt­dorf habe die Qual­ität und eine gute Kader­bre­ite, um auch in schwieri­gen Phasen reagieren zu können.

Gegen Her­zo­ge­nau­rach hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Rückschläge auf­fan­gen kann. Nun gilt es, den Schwung mitzunehmen und weit­er an den eige­nen Schwächen zu arbeit­en. Wenn Spielfluss, Kon­se­quenz und Zusam­men­halt stim­men, ist der TVA auch für das näch­ste Spiel gut gerüstet.