Die richtige Antwort auf der Platte
Veröffentlicht am 29. Oktober 2026
Nach den zuletzt weniger überzeugenden Auftritten war beim TV 1881 Altdorf eine Reaktion gefragt. Gegen die TS Herzogenaurach gelang den Wallensteinstädtern am Samstag genau das: Mit einem starken Start, deutlich mehr Spielfluss im Angriff und spürbar verbessertem Zusammenhalt sicherte sich der TVA einen verdienten 31:27-Heimsieg (17:14). Ganz ohne Schwächephasen verlief die Partie zwar nicht, doch diesmal schaffte es die Mannschaft, ihre guten Ansätze über weite Strecken auf die Platte zu bringen und sich auch von kleineren Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Mit Tempo in die Partie
Altdorf machte von Beginn an klar, dass es sich für dieses Spiel etwas vorgenommen hatte. Nach dem frühen Ausgleich der Gäste legte der TVA einen starken Lauf hin. Die Angriffe wurden konsequent ausgespielt, die Chancen sicher genutzt – und schon nach wenigen Minuten stand es 6:1. Beim 8:3 nach gut acht Minuten war der gute Start endgültig bestätigt.
Vor allem im Angriff zeigten sich die Wallensteinstädter beweglicher und zielstrebiger. Anstatt den Ball zu lange in den eigenen Händen zu halten und sich in Einzelaktionen zu verlieren, wurde das Spiel flüssiger aufgezogen. Immer wieder gelang es, die gegnerische Abwehr unter Druck zu setzen, zwei Gegenspieler zu binden und dadurch Räume für den Nebenmann zu schaffen. Niklas Werner und Cedric Vockert fanden früh ihren Rhythmus und trugen mit mehreren Treffern dazu bei, dass der TVA zunächst den Ton angab.
Die Gäste fanden nach einer frühen Auszeit jedoch besser in die Partie. Sie nutzten Altdorfer Unkonzentriertheiten und verkürzten den Rückstand Schritt für Schritt. Der TVA hielt zunächst dagegen, verlor im Angriff aber nach und nach an Tempo. Der Ball wurde öfter im Stand angenommen, klare Abschlüsse wurden seltener.
Ein kurzer Hänger vor der Pause
Mitte der ersten Halbzeit geriet Altdorf zunehmend unter Druck. Aus einer 13:9‑Führung wurde ein 13:11. Eine Auszeit sollte wieder mehr Ordnung ins Spiel bringen – mit Erfolg: Der TVA baute den Vorsprung zunächst erneut aus. Doch Herzogenaurach blieb dran. Als Altdorf beim 16:12 wieder vier Tore vorne lag, verkürzten die Gäste erneut.
Die Probleme lagen vor allem im Angriff. Dort fehlte zeitweise die Klarheit, um gute Möglichkeiten konsequent zu Ende zu spielen. Trotzdem bewahrte Altdorf die Ruhe und ging mit einer 17:14-Führung in die Pause. Die drei Tore Vorsprung waren eine gute Ausgangslage. Für die zweite Halbzeit war aber auch klar: Der TVA musste sich wieder stärker auf seine eigenen Stärken besinnen.
Altdorf baut den Vorsprung aus
Nach dem Seitenwechsel trat Altdorf zunächst wieder entschlossener auf. Im Angriff lief der Ball flüssiger, und auch in der Abwehr stimmte die Abstimmung besser. Die Spieler kommunizierten klarer und halfen einander konsequenter. Lücken gab es weiterhin, insgesamt wirkte die Defensive aber geschlossener als in den vergangenen Spielen.
Der TVA baute den Vorsprung Tor um Tor aus. Beim 22:18 hatte Altdorf sich einen kleinen Puffer erarbeitet. Kurz darauf traf Cedric Vockert zum 23:18 (41.). Herzogenaurach verkürzte noch einmal, doch die Gastgeber blieben ruhig und verteidigten ihre Führung.
Als Erik Waßmann in der 48. Minute zweimal in Folge traf und auf 25:19 erhöhte, war Altdorf auf Kurs. Die Gäste nahmen eine Auszeit und kamen zwischenzeitlich noch einmal auf 27:22 heran. Diesmal fand der TVA aber eine Antwort. Patrick Pechtl und seine Mitspieler bauten den Vorsprung wieder aus und hielten Herzogenaurach auf Abstand.
Spätestens nach Timo Löws Treffer zum 30:24 kurz vor Schluss war die Richtung klar. Die Gäste legten in den letzten Minuten zwar noch nach, ernsthaft in Gefahr geriet der Heimsieg aber nicht mehr. Nach 60 Minuten stand ein verdienter 31:27-Erfolg auf der Anzeigetafel.
Zusammenhalt auf und neben dem Feld
Erik Waßmann sah nach dem Spiel vor allem im Zusammenspiel Fortschritte. Im Angriff habe die Mannschaft den Druck häufiger aufrechterhalten und so bessere Chancen für den Nebenmann geschaffen. Auch die Kommunikation in der Abwehr sei besser gewesen. Weiter arbeiten müsse der TVA am gegenseitigen Aushelfen und daran, gegnerische Angriffe früher zu unterbrechen.
Besonders positiv fiel Waßmann der Zusammenhalt im Team auf. Die Bank unterstützte die Spieler auf dem Feld nicht nur nach Toren, sondern auch nach guten Abwehraktionen und gehaltenen Bällen. Diese Energie übertrage sich direkt aufs Spiel, sagte er. Wenn es neben der Platte stimmt, fällt es auch auf dem Feld leichter, füreinander zu arbeiten.
Das war gegen Herzogenaurach zu sehen. Altdorf hatte zwar weiter seine schwächeren Phasen, ließ sich davon aber nicht das ganze Spiel aus der Hand nehmen. Der Sieg war damit nicht nur eine Reaktion auf die vergangenen Begegnungen, sondern auch ein Zeichen für die positive Entwicklung der Mannschaft.
Mit Selbstvertrauen ins Derby
Bei aller Freude über die beiden Punkte bleibt dennoch genug Arbeit. Gerade die schwächeren Phasen vor der Pause und in den letzten Minuten haben gezeigt, dass der TVA noch nicht über die gesamte Spielzeit die gleiche Konsequenz aufrechterhalten kann. Im Angriff gilt es, die Angriffe konsequenter bis zu einer klaren Abschlussmöglichkeit auszuspielen. In der Abwehr muss das gegenseitige Aushelfen weiter verbessert werden. Die Richtung stimmt, fertig ist die Entwicklung aber noch lange nicht.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Am kommenden Wochenende wartet das Derby gegen Winkelhaid.
ALLE IN DIE HALLE!!!
Wie Erik Waßmann treffend anmerkte, hat ein Derby bekanntlich seine eigenen Gesetze. Trotzdem blickt der Rückraumspieler zuversichtlich auf die Aufgabe. Altdorf habe die Qualität und eine gute Kaderbreite, um auch in schwierigen Phasen reagieren zu können.
Gegen Herzogenaurach hat die Mannschaft gezeigt, dass sie Rückschläge auffangen kann. Nun gilt es, den Schwung mitzunehmen und weiter an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Wenn Spielfluss, Konsequenz und Zusammenhalt stimmen, ist der TVA auch für das nächste Spiel gut gerüstet.