Rückschlag in Schwarzenfeld: Wenn am Ende die letzten Prozent fehlen!
Veröffentlicht am 5. Oktober 2026
Nach zwei überzeugenden Siegen zum Saisonauftakt musste der TV 1881 Altdorf am Samstagabend erstmals Lehrgeld zahlen. Beim bis dahin ebenfalls noch nicht optimal gestarteten TSV Nabburg/Schwarzenfeld entwickelte sich lange ein enges und umkämpftes Spiel, ehe die Gastgeber in der Schlussphase davonzogen. Am Ende stand für die Wallensteinstädter eine 27:32-Niederlage (15:15) zu Buche. Damit bleibt der TVA nach drei Spieltagen mit 4:2 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz – und weiß gleichzeitig ziemlich genau, woran in den kommenden Trainingseinheiten gearbeitet werden muss.
Ausgeglichener Beginn mit Problemen gegen die offensive Abwehr
Nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Erlangen-Bruck II und dem souveränen Auswärtserfolg in Oberviechtach war die Stimmung rund um die Mannschaft verständlicherweise gut. Trotzdem war von Euphorie oder Überheblichkeit nichts zu spüren. Zu gut wusste man, dass die Duelle mit Nabburg/Schwarzenfeld in der Vergangenheit regelmäßig enge Angelegenheiten gewesen waren. In der vergangenen Saison gab es gegen die Oberpfälzer jeweils einen Sieg und eine Niederlage. Diesmal musste der TVA zudem auf Timo Löw und Finlay Rimmer verzichten, sodass die Voraussetzungen nicht ganz einfach waren.
Schon die ersten Minuten zeigten dann, dass es ein zähes Stück Arbeit werden würde. Altdorf fand nur schwer Lösungen gegen die sehr offensive Deckung der Gastgeber. Häufig wurde der Ball im Stand angenommen, der erste Schritt Richtung Tor gesucht und der Mitspieler erst dann eingebunden, wenn der eigene Weg bereits zugemacht war. Genau das machte es Nabburg leicht, die Altdorfer Angriffe immer wieder ins Stocken zu bringen.
Trotzdem blieb der TVA dran. Zwar konnten sich die Gastgeber zwischenzeitlich auf 13:10 absetzen, doch Altdorf kämpfte sich noch vor der Pause zurück. Pascal Vockert sorgte zunächst für das 14:14 (29’10’’), ehe er fünf Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erneut traf und damit auf 15:15 stellte. Alles war wieder offen – und eigentlich sprach zu diesem Zeitpunkt wenig dafür, dass sich eine der beiden Mannschaften noch deutlich würde absetzen können.
Altdorf kämpft sich zurück – und übernimmt kurzzeitig die Führung
Nach der Pause blieb die Partie zunächst eng. Altdorf gelang es, sich besser auf die offensive Deckung einzustellen, auch wenn die Gastgeber weiterhin viel Druck auf den Spielaufbau ausübten. In der Offensive übernahmen vor allem Marco Hiller und Tobias Pechtl Verantwortung im Zentrum und versuchten, die Abwehr in Bewegung zu bringen.
Beim 19:19 durch Cedric Vockert nach einem Ballgewinn war die Partie wieder vollkommen offen. Wenig später behielt Cedric auch vom Siebenmeterpunkt die Nerven und sorgte für den nächsten Ausgleich zum 20:20 (40.). Kurz darauf brachte er den TVA sogar erstmals mit 21:20 in Führung. Nabburg antwortete jedoch unmittelbar und glich wieder aus.
In dieser Phase entwickelte sich ein echtes Geduldsspiel. Beide Mannschaften mussten sich ihre Chancen hart erarbeiten, und über mehrere Minuten blieb die Begegnung ohne klare Vorentscheidung. Altdorf blieb dran, konnte seine Möglichkeiten jedoch nicht konsequent genug nutzen. Gerade als Nabburgs zentraler Spieler Sebastian Mensch mit einer Disqualifikation nicht mehr auf dem Feld stand, bot sich dem TVA die Gelegenheit, die Partie endgültig zu drehen. Stattdessen scheiterten die Altdorfer in einer entscheidenden Phase mehrfach an sich selbst und am starken Torhüter der Gastgeber.
„Wir haben in fünf bis zehn Minuten wirklich vier oder fünf freie Würfe vergeben“, analysierte Rückraumspieler Erik Waßmann anschließend. Genau diese verpassten Möglichkeiten sollten sich in der Schlussphase rächen.
Nabburg setzt sich in der Schlussphase ab
Bis zum 23:23 blieb alles offen. Dann gelang Nabburg/Schwarzenfeld der entscheidende Lauf. Innerhalb weniger Minuten zogen die Gastgeber auf 27:23. Altdorf fand nun weder in der Abwehr noch im Angriff die nötige Stabilität. Fehlpässe und vergebene Chancen häuften sich, während Nabburg seine Möglichkeiten konsequent nutzte.
Auch eine Auszeit des TVA beim Stand von 27:23 konnte den Lauf der Gastgeber zunächst nicht stoppen. Mit dem 29:23 (54’10’’) war schließlich die höchste Führung des Abends erreicht. Die Altdorfer kämpften zwar bis zum Schluss weiter und verkürzten zwischenzeitlich noch einmal, doch die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden.
Trotz des klaren Rückstands gab Altdorf die Partie nicht auf und spielte die letzten Minuten konsequent zu Ende. Am Ende stand jedoch eine 27:32-Niederlage.
„Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“ (Petra Übelmesser)
Dass dieses Spiel nicht die beste Leistung der bisherigen Saison war, wollte beim TVA niemand schönreden. Petra Übelmesser sprach davon, dass es im Vergleich zu den beiden vorherigen Spielen „einfach von allem fünf Prozent weniger“ gewesen sei. Weniger Konsequenz im Abschluss, weniger Ideen gegen die offensive Abwehr, dazu einige unnötige Fehlpässe – und irgendwann verlor die Mannschaft zwischenzeitlich auch etwas den Kopf.
Auch Trainer Wolfgang „Fips“ Scharnowell sah vor allem in der eigenen Spielweise einen entscheidenden Punkt. Zu häufig habe man den Ball im Stand angenommen und anschließend versucht, selbst die Lösung zu finden, anstatt mit Bewegung und schnellem Passspiel etwas für den Nebenmann zu schaffen. Genau diese Kleinigkeiten summierten sich im Verlauf des Spiels zu einem Unterschied, der am Ende fünf Tore betrug.
Und trotzdem wäre es falsch, nach dieser Niederlage plötzlich alles infrage zu stellen. Die ersten beiden Saisonspiele waren zu stark, um sie nach einer einzigen schwächeren Leistung vergessen zu machen. „Mund abwischen, weitermachen“ (Petra), lautet deshalb die Devise. Waßmann sah die Partie ebenfalls weniger als Katastrophe denn als das, was sie im besten Fall sein kann: ein Lernschritt. Gegen Amberg gilt es nun, die Fehler aus Schwarzenfeld abzustellen und wieder 60 Minuten lang genau den Handball zu zeigen, den die Mannschaft in den ersten beiden Spielen bereits angedeutet hat.
Denn vier Punkte aus drei Spielen sind nach wie vor ein guter Start. Der erste kleine Reality-Check der Saison ist angekommen – jetzt kommt es darauf an, was Altdorf daraus macht.
Es spielten: A. Hiller (TW), E. Schneider, P. Pechtl (6), E. Waßmann (4), T. Pechtl (4), J. Strößenreuther (1), J. Pöllot, N. Werner (3), M. Hiller (4/2), C. Thews (TW), M. Bartels, C. Vockert (3/1), P. Vockert (2)
Nächste Partie: TV 1881 Altdorf – Amberg