Fotograf: Stephan Lehmphul

Alt­dorf – Die bei­den Alt­dor­fer Vol­ley­ball­teams Alt­dorf I und Alt­dorf II holten vor heimis­chem Pub­likum am Woch­enende ins­ge­samt vier Siege, so wie es Team­man­agerin Annemarie Böhm im Vor­feld forsch gefordert hat­te. Dabei präsen­tierten sich die Zweitli­gadamen am Woch­enende beim Dop­pel­heim­spielt­ag gegen Karl­sruhe und Stuttgart konzen­tri­ert und kon­nten in ihren zwei Duellen ins­ge­samt fünf Punk­te holen. Gegen den SV Karl­sruhe-Beiertheim zeigte der TV SUSPA Alt­dorf beim 3:0 (25:20, 25:20, 25:15) am Sam­stag ins­ge­samt ein couragiertes Auftreten.

Allerd­ings lief im Auf­tak­t­satz für das Swa­ger­ty-Team noch nicht alles rund. Angesichts ein­er verun­sicherten Annahme und eigen­er ver­hal­tener Angriffe lag der TV schnell mit 2:6 zurück. TV-Auße­nan­greiferin Nad­ja Nawrat brachte Alt­dorf mit eini­gen spek­takulären Angrif­f­en zurück ins Spiel zum 9:9 Punk­teaus­gle­ich. Außer­dem stimmte die Chemie zwis­chen der 21-jähri­gen TV-Zus­pielerin Prisca Jeschke und ihren Angreiferin­nen. Viele Punk­te wur­den auch über die Mitte gemacht. Zwei Auf­schlagse­rien von Nawrat und Scholze sorgten außer­dem für Druck im TV-Spiel. Der TV kon­nte sich abset­zen, Karl­sruhe ver­lor den Biss in der Crunchtime. Simona Dammer, mit 175 cm kle­in­ste Mit­tel­block­erin der Zweit­en Liga und nach Spie­lende zur MVP gekürt, been­dete den Satz mit einem ful­mi­nan­ten Angriffskracher. 

Die Badener­in­nen um Zus­pielerin Dosen­bach (MVP) melde­ten sich im zweit­en Satz mit beherztem Engage­ment zurück. Doch die Mit­tel­fränk­in­nen zeigten weniger Schwächen und pack­ten im Block auch ener­gis­ch­er zu. Zudem präsen­tierte sich Abwehr-Lib­era Maria Mel­cz­er in stark­er Form: „Ich habe in der Feld­ab­wehr in unserem Stel­lungsspiel immer bewusster ins Spiel gefun­den. Und die Hal­tung im Team ist heute super gewe­sen,“ kon­nte sie nach dem erneuten 25:20 Satzgewinn zurück­blick­en. Allerd­ings musste der TV, der sich eine deut­liche Führung her­aus­ge­spielt hat­te, noch ban­gen, als Karl­sruhe am Satzende Punkt um Punkt aufholte. 

Im drit­ten Satz kon­nten die TV-Löwin­nen noch einen Gang höher schal­ten und in den Ele­menten Blockar­beit und Abstim­mung ihrer Feld­ab­wehr überzeu­gen. Ger­ade bei den lan­gen Ball­wech­seln wurde sauber und fokussiert, aus ein­er for­mi­da­blen Abwehr her­aus, gespielt. Von Beginn an dominierten die TV-Löwin­nen das Geschehen. Lily Zant punk­tete im Angriff von der Diag­o­nalen und block­te gle­ichzeit­ig aufmerk­sam in der Net­zmitte. Das 25:15 am Schluss war deutlich. 

Zufrieden und mit Erle­ichterung kon­nte TV-Coach Christy Swa­ger­ty nach den 84 Minuten den 3:0 Sieg einord­nen: „Nach drei Nieder­la­gen in Serie haben wir heute gezeigt, dass wir mit Gegen­wind umge­hen kön­nen. Mit der Prisca Jeschke hat­ten wir heute eine kluge Zus­pielerin. Und mit Simona Dammer und Nad­ja Nawrat zwei durch­set­zungsstarke Angreiferinnen.“

Im Son­ntagsspiel gegen Spar­da BSP Stuttgart kon­nten sich die TV-Löwin­nen eben­falls mit 3:2 (25:20, 22:25, 27:29, 25:16, 15:10) behaupten. Die Stuttgarter Nach­wuch­struppe mit den über­lan­gen und sehr jun­gen Tal­en­ten hat­te am Spielt­ag vorher dem bish­er ungeschla­ge­nen Tabel­len­führer Lohhof die einzige Saison­nieder­lage beige­bracht. Stuttgart set­zte zu Beginn eher die Akzente durch wuchtige Angriff­ss­chläge und Block­boll­w­erke, als es dann nach dem ersten Alt­dor­fer Satzgewinn zwei knappe Sätze in Folge jew­eils in der Crunchtime zu einem 2:1 Satzer­folg für sich drehte. Die Alt­dor­fer ver­loren jew­eils am Satzende ihre stois­che Ruhe, der Respekt vor den kör­per­lich über­lege­nen Geg­ner­in­nen war hoch, das war zu spüren bei etlichen zaghaften Angriffsschlägen.

Im vierten Satz lag das Momen­tum von Beginn an bei Alt­dorf, bei dem Zus­pielerin Anna Lehm­phul geschickt die Fäden zog. Stuttgart hat­te in vie­len Bere­ichen das Nach­se­hen. Mit ein­er immer bess­er ste­hen­den Feld­ab­wehr kon­nte der TV gegen­hal­ten und mit eige­nen druck­vollen Auf­schlä­gen punk­ten. Und die 17-jährige TV-Diag­o­nalan­greiferin Nel­ly Höl­zlein legte in ihrer ersten Sai­son in der Zweit­en Bun­desli­ga einen for­mi­da­blen Auftritt hin und sorgte für ver­lässliche Punk­te am Netz, immer wenn es knapp wurde. Außer­dem hat­te die Alt­dor­fer MVP-Akteurin auch noch unan­genehme Auf­gaben im Repertoire. 

Alt­dorfs erneut dom­i­nante Spielführerin Simona Dammer ver­suchte den knap­pen Alt­dor­fer Sieg gegen ein gle­ich­starkes Team aus Stuttgart damit zu erk­lären, „dass wir die ganze Zeit über an uns geglaubt haben, und unsere Bank natür­lich auch. Das war zu hören. Dass die jun­gen Stuttgarter hin­ten in der Abwehr nicht ganz so sta­bil sind, das war uns auch bekan­nt.“ Und sie ergänzte noch, dass es ein­fach schön sei, wieder zweimal hin­tere­inan­der vor ein­er tollen Zuschauerkulisse in Alt­dorf gewon­nen zu haben. 

-Pev-